Rapunzel: Eingeschränkte Lieferfähigkeit in Zeiten der Corona-Krise
Bereits im letzten Quartal 2019 verzeichnete der Naturkost-Fachhandel überdurchschnittlich wachsende Umsätze. Hamsterkäufe aufgrund der Corona-Krise beeinträchtigen nun zusätzlich die Lieferfähigkeit. Rapunzel steuert durch verschiedene Maßnahmen dagegen, um den Fachhandel bestmöglich zu versorgen.
Seit Herbst 2019 registriert der Naturkost-Fachhandel einen besonders hohen Umsatzzuwachs, auch durch neue Kundenschichten. Auf diese erfreuliche Entwicklung konnte Rapunzel weitestgehend gut reagieren, etwa mit zusätzlichen Schichten in der Produktion. Die Sicherheitsbestände an Rohstoffen wurden durch die zusätzliche Nachfrage jedoch entsprechend geringer.
Maschinenschaden im Januar 2020
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congerdesign/ Pixabay
Ende Januar erlitt die hauseigene Röstanlage für Nüsse und Saaten einen brandbedingten Totalschaden. Dadurch standen die Anlagen für Nussmuse und Nusscremes einige Zeit still, bis externe, bio-zertifizierte Nussröstereien gefunden wurden. Seit Februar läuft die Produktion wieder. Allerdings konnte bis jetzt der Rückstand noch nicht vollständig aufgeholt werden.
Beschaffung in „Corona-Zeiten“ seit Anfang März
Reis, Pasta, Tomatenprodukte und Hülsenfrüchte in Dosen werden durch Hamsterkäufe seit Anfang März von einem Tag auf den anderen extrem nachgefragt. Darauf war Rapunzel, wie andere Hersteller auch, nicht vorbereitet. Obwohl die Lieferpartner ihr Bestes geben, können nicht alle Produkte in vollem Umfang geliefert werden. Hinzu kommt, dass diese Produkte überwiegend aus Italien kommen. Dort steigt die Nachfrage aktuell ebenso sehr stark, denn Italien ist von Corona besonders betroffen.
Persönliche Lieferantenbeziehungen für Rohstoffe aus aller Welt
Der Bio-Hersteller Rapunzel importiert die Rohstoffe fast ausschließlich direkt aus dem Ursprungsland und nicht an Spotmärkten oder Rohstoffbörsen. Die direkte Beschaffung hat für alle Beteiligten langfristige Vorteile. In außergewöhnlichen Krisenfällen ist es jedoch schwerer, schnell und flexibel zu reagieren. Gleichzeitig kann Rapunzel aber auch in diesen Zeiten den gewohnt hohen Bio-Qualitätsstandard sicherstellen. Außerdem unterstützt Rapunzel seine Lieferanten z.B. durch Erntevorfinanzierungen oder Vorauszahlungen, um möglichst ausreichend Rohwaren zu erhalten.
Erschwerend wirken sich weltweit auch die jeweiligen Logistikstrukturen aus, die schon in ruhigen Zeiten oft weniger effizient als in Europa funktionieren. Derzeit arbeiten Häfen langsamer oder werden gesperrt. Transportwege und behördliche Ausfuhrprozesse benötigen mehr Zeit oder kommen ganz zum Stillstand.
Verpackungsmaterial
Ein Punkt, der häufig bei der aktuellen Diskussion übersehen wird: Verpackungsmaterial. Denn auch dieses wird nun vermehrt nachgefragt. Daher kommt es auch in diesem Bereich bei den Herstellern zu Verzögerungen.
Die Logistik kommt an die Grenzen
Die ungewöhnlich hohe Nachfrage überlastete vor allem auch die Logistik. Lieferungen konnten daher nicht innerhalb der gewohnten 24 Stunden an die Bio-Fachgeschäfte ausgeliefert werden. Durch mehr Personal und zusätzliche Schichten konnte der Rückstand inzwischen weitgehend aufgeholt werden. Mitarbeitende aus anderen Abteilungen von Rapunzel, die aufgrund der aktuellen Situation vorübergehend weniger Arbeit haben, unterstützen besonders belastete Abteilungen wie das Logistikteam in Bad Grönenbach.
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