Greenpeace-Recherche: Supermärkte informieren schlecht an Fleisch-Bedientheken
Für Kundschaft wichtige Transparenz bei Art von Tierhaltung fehlt
Supermärkte enttäuschen bei Transparenz und Tierhaltung die Erwartungen. Drei Viertel der Supermarkt-Kundschaft (77 Prozent) erwartet nach einer repräsentativen Umfrage von Kantar an Bedientheken eher ein Fleischangebot aus artgerechter Tierhaltung als im Selbstbedienungsregal. Informationen zur Art der Haltung und eine gute Beratung nennen 88 Prozent der befragten Kund:innen wichtig. Diesen Erwartungen werden Supermärkte in der Regel nicht gerecht, zeigt eine bundesweite stichprobenartige Recherche von Greenpeace aus dem Frühjahr 2021. Nur 22 von 99 besuchten Edeka-, Kaufland- und Rewe-Filialen kennzeichneten überhaupt Produkte in den Bedientheken mit der Haltungsform. Die schlechteste Haltungsform 1 (Stallhaltung) wurde sogar in keiner Theke schriftlich angegeben. "Die meisten Supermärkte bieten immer noch Fleisch aus der tierschutzwidrigen und umweltschädlichen Haltungsform 1 und 2 an", sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. "Solange der Handel diese Produkte nicht aus dem Sortiment nimmt, müssen Kund:innen - wie im Selbstbedienungsbereich - auch an den eher prestigeträchtigen Bedientheken erkennen können, aus welcher Tierhaltung Schnitzel oder Braten stammen."

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Auch Verkaufspersonal bei Transparenz keine Hilfe
Wurde bei der Recherche nach den Unterschieden zwischen Haltungsformen gefragt, konnten diese in drei Viertel von 91 Märkten nicht oder nur teilweise erläutert werden. In 72 aller besuchten Märkte hat das Verkaufspersonal zwar einzelne Fleischprodukte oder das Sortiment in der Bedientheke den vier Stufen der "Haltungsform" zugeordnet. Davon erschien aber weit mehr als die Hälfte der Zuweisungen unplausibel. Greenpeace hat die Zuordnung durch die Verkäufer:innen mit den Angaben aus Gesprächen mit Supermarkt-Zentralen und online zugänglichen Informationen verglichen und bei der Bewertung, ob es sich um eine plausible Erklärung handelt, miteinbezogen. "Dem Handel war es bisher offensichtlich nicht wichtig, Verkäufer:innen so zu schulen, dass sie die Kundschaft kompetent über Tierhaltung informieren können", sagt Huxdorff. "Doch gerade wenn die Kennzeichnung fehlt, sind Verbraucher:innen besonders auf die verlässliche Auskunft des Personals angewiesen. Zwei Jahre nachdem die großen Supermarktketten die freiwillige Kennzeichnung von Frischfleisch eingeführt haben, tappen Kundinnen und Kunden aber weiterhin im Dunkeln."
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