Neues Nachweis-Tool für Gluten in Lebensmitteln
Messgenauigkeit hundert Mal größer als bisher - Gerät in Entwicklung
Italienische Forscher haben eine Technik zum Nachweis von Gluten in Nahrungsmitteln entwickelt. Diese öffnet neue Ansätze auf den Gebieten der Biomedizin, des Umweltschutzes und der Lebensmitteltechnologie. Daran beteiligt waren das Istituto di Otticahttp://www.ino.it , das Istituto di Biochimica delle Proteinehttp://www.ibp.cnr.it sowie das ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörende Istituto di Scienze dell' Alimentazione, das Istituto di Microelettronica e Microsistemi und das Istituto di Cibernetica.
Pyroelektrische Effekte genutzt
"Bei unserer Untersuchung haben wir uns die pyroelektrischen Effekte zunutze gemacht", erklärt Projektleiterin Simonetta Grilli. Es handelt sich um die vorübergehende Bildung von entgegengesetzten elektrischen Spannungen, um auf einem künstlichen Träger in geringer Menge vorhandene Moleküle auf kleinster Fläche anzuhäufen und beispielsweise mithilfe eines Fluoreszenz-Scanners nachzuweisen.
Der Expertin nach müsse man sich das in Gluten enthaltenene, für die Zöliakie verantwortliche Protein Gliadin als kleines, auf eine Flüssigkeit verteiltes Glühlämpchen vorstellen. "Durch unser Verfahren gelingt es, diese auf einer nur ein Tausendstel Millimeter großen Fläche zu konzentrieren und damit einen gegenüber den herkömmlichen Methoden mehr als hundertfachen Lichteffekt zu erzeugen", betont Grill.
Extrem hohe Messempfindlichkeit
Die mit der neuen Methode zu erzielenden Ergebnisse bieten eine Messempfindlichkeit, die bei 0,005 ppm Gliadin und damit erheblich über den bisher üblichen 0,3 ppm liegt. Auf diesem Wege könnten auch Lebensmittel als "glutenfrei" in den Handel gebracht werden, die nur äußerst geringfügige Mengen an Gluten enthalten. Damit würden die an Zöliakie leidenden Menschen erheblich geringere Risiken eingehen.
Als nächstes soll ein kleines und handliches pyroelektrisches Gerät entwickelt werden, das auch von ungeschultem Personal bedient werden kann und ohne langwierige Laboranalysen auskommt. Finanziert wurde die multidisziplinäre Untersuchung vom italienischen Ministerium für Forschung, Universität und Bildung http://ministeroistruzione.it in Rom. Details wurden im Fachmagazin "Nature Communications" http://nature.com publiziert.
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