Exportklima der deutschen Ernährungsindustrie leicht eingetrübt
Exportfördermaßnahmen erfolgreich, für KMUs aber ausbaufähig
Das Exportklima der Ernährungsindustrie hat sich im Mai 2018 eingetrübt. Der Index, der aus der Beurteilung von Geschäftslage und Geschäftserwartung ermittelt wird, fiel im Vergleich zum Frühjahr 2017 um zwei auf einen Saldo von aktuell 42 Punkten. Der Rückgang ist vor allem auf gesunkene Geschäftserwartungen zurückzuführen. Die Entwicklung trifft alle Teilbranchen nahezu gleichermaßen, allein die Exporteure von Bier, Fleisch- und Wurstwaren sowie von Öl konnten einen Anstieg im Exportklima verzeichnen.
Die wichtigsten EU-Exportmärkte sind laut Einschätzung der Unternehmen derzeit Frankreich, die Niederlande und Österreich. Die Absatzerwartungen für den Binnenmarkt sind stabil, für die Märkte Dänemarks, des Vereinigten Königreichs, Frankreich und Italien nahmen die Absatzerwartungen der Exporteure sogar zu. Die wichtigsten Exportmärkte außerhalb der EU sind die Schweiz, die USA und China. Der Anteil der Unternehmen, die auch in Länder außerhalb der EU exportieren, ist im Vorjahresvergleich um einen Punkt zurückgegangen und liegt nun bei 73 Prozent. Gestiegen sind die Absatzerwartungen für die Drittländer: USA, Schweiz, Norwegen, Japan und Kanada.
„Lebensmittelexporte eröffnen den mittelständischen Unternehmen Wachstumsperspektiven und eine Ertragsstütze. Jeder dritte Euro wird im Ausland erzielt, Tendenz weiter steigend. Damit ist Deutschland der drittgrößte Exporteur von Lebensmitteln weltweit. Die Mittel zur politischen Förderung der Exportaktivitäten der Lebensmittelhersteller sind vielfältig und erfolgreich. Damit die Instrumente noch stärker von kleinen und mittelständischen Unternehmen genutzt werden, müssen sie noch besser auf deren Bedürfnisse angepasst werden“, so Stefanie Sabet, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).
„Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich spürbar abgekühlt. Ich empfehle den Unternehmen der Branche, die vielfältigen Angebote zur Exportförderung intensiver zu nutzen. Diese Instrumente bieten hilfreiche Orientierung, um Märkte wie Russland, USA, China und nicht zuletzt auch Großbritannien erfolgreich zu bearbeiten. Denn insbesondere beim Export in diese Länder zeigt unsere Befragung ein hohes Maß an Unsicherheit“, erklärt Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC Geschäftsbereichs Consumer Markets in Deutschland und EMEA.
Aktuell hinterfragt wurde die Inanspruchnahme und der Nutzen staatlicher und privatwirtschaftlicher Exportförderungsmaßnahmen und –instrumente durch die Unternehmen der Ernährungsindustrie. Gut drei Viertel (73%) der Exportleiter gibt an, mindestens eine Exportfördermaßnahme bereits in Anspruch genommen zu haben. Die Wahrscheinlichkeit Exportförderinstrumente zu nutzen, hängt dabei positiv mit der Unternehmensgröße zusammen. Auslandsmessebeteiligungen, Fortbildungen, Schulungen und Exportseminare sowie Marktstudien und Länderinformationen sind demnach die gefragtesten Exportförderungsinstrumente. Auch hinsichtlich des Nutzens für das Exportgeschäft erzielen diese Instrumente die höchste Wertschätzung. Märkte, für die die Exportförderungsmaßnahmen und -instrumente vorrangig in Anspruch genommen werden sind China, USA, Frankreich und Russland. Gut die Hälfte nehmen die Maßnahmen für die in der Befragung abgefragten Länder in Anspruch. Insbesondere für die Märkte Russland, China, USA und das Vereinigte Königreich wünschen sich die Unternehmen mehr Unterstützung durch die Bundesregierung.
Das Exportbarometer der deutschen Ernährungsindustrie wird von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC im Auftrag der BVE erstellt – mittlerweile bereits zum sechzehnten Mal.
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