Linke: Ost-Arbeitsmarkt leidet unter fehlender Modernisierung
Haribo will seinen Standort in Sachsen schließen
Der Gummibären-Hersteller Haribo will seinen Standort in Sachsen schließen - die Beschäftigten wehren sich. Aus Sicht der Linken im Bundestag steckt ein größeres Problem dahinter.

Bild von lumix2004 auf Pixabay
Ostdeutsche Unternehmensstandorte leiden nach Ansicht der Linken häufig unter fehlender Modernisierung. Auch deshalb hinke der Arbeitsmarkt in Ostdeutschland dem Westen immer noch deutlich hinterher. Das sagte die Linken-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann am Sonntag mit Blick auf die geplante Schließung des Haribo-Werks in Sachsen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Im Vergleich zu Mitte der 90er Jahre gibt es in den ostdeutschen Ländern heute spürbar weniger Beschäftigte. So zählte die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Jahr 2019 im Osten 4,65 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte - rund 446 000 weniger als 1995. In Westdeutschland nahm deren Zahl seither von 21,76 auf 27,22 Millionen zu. Die von den Linken angeforderte BA-Statistik lag der dpa vor.
Zimmermann sagte, bis heute würden viele ostdeutsche Betriebe als verlängerte Werkbänke betrieben. «Im Zuge von Einsparungen und Restrukturierungen traf und trifft es deshalb vor allem die ostdeutschen Standorte.» Oft sei nur das Nötigste investiert und so lange produziert worden, wie es billig war und der Profit groß. «Sind dann die Modernisierungskosten zu hoch, werden in vielen Fällen die ostdeutschen Standorte einfach dicht gemacht.» Das Haribo-Werk in Wilkau-Haßlau (Landkreis Zwickau) sei das aktuellste Beispiel.
«Gewinne wurden jahrelang abgeführt, kaum investiert und nun seien notwendige Modernisierungen laut Geschäftsführung zu teuer und die Schließung unvermeidlich.»
Am Sonntagabend wollten Beschäftigte in Wilkau-Haßlau erneut protestieren. Schon vor zwei Wochen hatten Hunderte Menschen in Zwickau gegen die Schließung demonstriert. Der Gummibären-Hersteller mit Sitz in Rheinland-Pfalz hatte Anfang November verkündet, das Werk mit 150 Beschäftigten am Jahresende zu schließen. «Unverhältnismäßig hohe Investitionen» seien ansonsten nötig, um den Standort auf künftige Anforderungen auszurichten. Vor Ort gibt es eine lange Tradition in der Produktion von Süßwaren.
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