Giftigkeit von Gentechnik-Bt-Pflanzen zwanzig Mal höher als angenommen?

EFSA ignoriert jahrzehntelang entscheidende Daten der Firma Monsanto

15.12.2020 - Deutschland

Daten von Monsanto belegen, dass Bt-Toxine, die in Gentechnik-Pflanzen produziert werden, eine wesentlich höhere Giftigkeit aufweisen, als natürliche Bt-Toxine. Wie schon 1990 erstmals gezeigt wurde, kann durch eine Mischung der Toxine mit pflanzlichem Material aus Soja, Baumwolle oder Mais die Giftigkeit um das bis zu 20-fache steigen. Der Grund dafür sind Enzyme, die natürlicherweise im Pflanzengewebe vorhanden sind. Diese Befunde wurden von der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) nie berücksichtigt. Bei der Prüfung der Risiken von Gentechnik-Pflanzen akzeptiert die EFSA nach wie vor regelmäßig Untersuchungen mit isolierten Bt-Toxinen, die von Bakterien produziert werden.

Bild von Franz W. auf Pixabay

Testbiotech wurde auf die 30 Jahre alte Publikation in Zusammenhang mit neuen Anträgen auf Marktzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen aufmerksam. Zudem liegen weitere Publikationen vor, die die ursprünglichen Ergebnisse von Monsanto bestätigen.

Bt-Proteine, die natürlicherweise in Bodenbakterien zu finden sind, wurden bei Gentechnik-Pflanzen eingeführt, um diese giftig für bestimmte Insekten zu machen. Gleichzeitig produzieren Pflanzen wie Soja, Baumwolle oder Mais aber natürlicherweise auch Enzyme, die Protease-Inhibitoren (PI) genannt werden und den Abbau von Eiweißstoffen verhindern. Bereits in geringen Mengen können PI die Giftigkeit der Bt-Toxine um ein Vielfaches erhöhen.

In der Folge kann die Toxizität und Immunwirkung von Bt-Giften, die von Pflanzen produziert werden, wesentlich höher sein als die der natürlichen Bt-Gifte. Diese Probleme betreffen alle Bt-Pflanzen, die derzeit angebaut oder importiert werden, ebenso wie Mischungen dieser Pflanzen in Lebens- und Futtermitteln.

Die EU steht derzeit kurz vor weiteren Importzulassungen von Gentechnik-Pflanzen. Es handelt sich um fünf Neuzulassungen von Mais und Soja, die Bt-Insektengifte produzieren und/oder gegen Herbizide resistent gemacht sind. Die Antragsteller sind Bayer (Monsanto) und Syngenta. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat bereits mehrere Resolutionen gegen die anstehenden Zulassungen verabschiedet.

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