Weniger Brokkoliverluste vom Feld bis zum Teller
Student der Hochschule Osnabrück wird für Masterarbeit ausgezeichnet
Viel zu häufig schafft es Brokkoli nicht in den Lebensmitteleinzelhandel. Der Grund: Ein hohler Strunk, der nach der Ernte verbräunt. Das ist für viele Verbraucherinnen und Verbraucher ein Ausschlusskriterium und zudem ist es auch aus hygienischer Sicht unerwünscht, weil der Brokkoli so auch das Risiko von Fäulnis birgt.
Alexander Frieman, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Osnabrück, möchte dies ändern und hat dafür in seiner Masterarbeit untersucht, wie zukünftig ein Hohlstrunk vermie-den werden kann. Für seine Arbeit wurde er nun vom Verbund Transformationsforschung argrar Niedersachsen mit dem dritten Platz des „trafo:nachwuchspreis“ ausgezeichnet.

Frieman verglich ins seiner Masterarbeit die Brokkoli-Sorten 'Naxos' und 'Parthenon'. Insbesondere die schnellwachsenden Sorten sind anfällig für einen Hohlstrunk.
Mirko Müller / Hochschule Osnabrück

Barbara Otte-Kinast, übergab virtuell die Auszeichnung. Vor Ort waren (v.l.n.r): Elke Eickemeier, Alexander Frieman, Dr. Barbara Grabkowsky,, Prof. Dr. Daniel Mörlein, Professor für Produktqualität tierischer Erzeugnisse.
Verbund Transformationsforschung argrar Niedersachsen


Ein hellgrüner voller Strunk und saftig dunkelgrüne Röschen – so sieht der perfekte Brokkoli für die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher aus. Allerdings ist das Bild auf dem Feld oft genug ein anderes: Ein hohler Strunk, der nach der Ernte verbräunt und es nicht in den Lebensmitteleinzelhandel schafft. Alexander Frieman, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Osnabrück, möchte dies ändern und hat dafür in seiner Masterarbeit untersucht, wie zukünftig ein Hohlstrunk vermieden werden kann. Für seine Arbeit wurde er nun vom Verbund Transformationsforschung argrar Niedersachsen mit dem dritten Platz des „tra-fo:nachwuchspreis“ ausgezeichnet. Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Landwirtschaftsministerin, war live zugeschaltet und übergab virtuell die Auszeichnung im Rahmen einer Preisverleihung.
Erste Feldversuch-Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung
Ein Problem eines hohlen Strunks ist die daraus resultierende Lebensmittelverschwendung: In einer Konsumentenstudie der Hochschule Osnabrück gaben rund ein Drittel der befragten Personen an, einen hohlen Strunk vollständig abzuschneiden und nur die Röschen zu verzehren. „Es ist aber nicht nur ein ästhetischer Makel, er birgt auch das Risiko von Fäulnis und ist daher auch aus hygienischer Sicht unerwünscht“, erklärt Preisträger Frieman. Um einen hohlen Strunk zu vermeiden, entwickelte Frieman ein praxisnahes Anbauverfahren. Als Basis hierfür dienten frühere Forschungen, die jeweils mit einem bestimmten Ansatz, das Problem lösen wollten. „Ich habe diese verschiedenen Ansätze gebündelt und auf heute verbreitete Sorten angepasst.“ Faktoren, die ein schnelles und starkes Wachstum der Pflanzen auf dem Feld fördern, begünstigen auch die Entwicklung des Hohlstrunks. Feuchtwarmes Wetter in der Vegetationsperiode trägt hierzu bei. Die ersten Ergebnisse von Feldversuchen liefern Lösungsansätze: Demnach erwiesen sich unter anderem eine engere Pflanzung des Brokkolis, eine reduzierte Stickstoffdüngung sowie die Auswahl weniger anfälliger Sorten als vorteilhaft.
Von der Masterarbeit zur Promotion
Frieman, Absolvent des Masterstudiengangs Agrar- und Lebensmittelwirtschaft, hat mit seiner Arbeit den Grundstein für das Forschungsprojekt BroHoKo+ gelegt. „Die Ergebnisse waren so vielversprechend, dass wir in dem Projekt nun daran arbeiten, ein praxisreifes Anbau- und Vermarktungskonzept für hohlstrunkfreien Brokkoli zu entwickeln. Hierzu wurde ein Folgeprojekt in Kooperation mit Akteuren aus der gesamten Brokkoli-Wertschöpfungskette initiiert“, erklärt Prof. Diemo Daum, Professor für Pflanzenernährung im Gartenbau an der Hochschule Osnabrück und Betreuer der Masterarbeit von Frieman.
Das Ziel ist es, Lebensmittelverluste beim Brokkoli vom Feld bis zum Teller zu reduzieren, die Umweltverträglichkeit der Produktion zu verbessern und gleichzeitig den Gehalt an wertge-benden Inhaltsstoffen im Ernteprodukt zu erhöhen. Frieman, der für den naturwissenschaftli-chen Teil des Projekts verantwortlich ist, wird diese Thematik in seiner Promotion vertiefen, die er dieses Jahr an der Hochschule Osnabrück aufnimmt.
Zum Hintergrund:
Der trafo:nachwuchspreis wurde ins Leben gerufen, um innovative Konzepte, Technologien, Produkte und Lösungen auszuzeichnen, die zu einer nachhaltigkeitsorientierten Transformati-on der Agrar- und Ernährungswirtschaft beitragen. Zugelassen sind Abschlussarbeiten aller Fachbereiche (z.B. Agrarwissenschaften und -technik, Tiermedizin, Tierernährung, Haltungssysteme, Strukturentwicklung, Bildungs-, Politik-, Sozial- und Rechtswissenschaften, Umweltsystemforschung, KI/Digitalisierung), die eine oder mehrere der Herausforderungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft adressieren.
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