100 Tage Agrar- und Ernährungspolitik der Ampel-Koalition
Bundesregierung muss bei zentralen agrar- und ernährungspolitischen Vorhaben stärker den Schulterschluss mit der Lebensmittelwirtschaft suchen
Zum Ablauf der ersten 100 Tage der Amtszeit der neuen Bundesregierung ersucht der Handelsverband Lebensmittel (BVLH) Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, stärker mit der Lebensmittelwirtschaft bei der Umsetzung zentraler agrar- und ernährungspolitischer Vorhaben zusammen zu arbeiten.

Acht von Zehn Bundesbürgern befürworten eine Tierhaltungskennzeichnung in der Außer-Haus-Verpflegung.
Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH)
"Die Herausforderungen für die Ampelkoalition bei der Transformation des Ernährungssystems sind groß. Der schreckliche Überfall Russlands auf die Ukraine macht diese Aufgabe noch schwieriger", betont BVLH-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch. Sein Appell an Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir: "Nutzen Sie das Know-how des Lebensmittelhandels bei der Transformation des Ernährungssystems hin zu mehr Nachhaltigkeit und lassen Sie uns gemeinsam bei der Tierhaltungskennzeichnung beginnen." Mit der Haltungsform-Kennzeichnung des Lebensmitteleinzelhandels bestehe ein bewährtes und bei Verbrauchern wohl bekanntes System, an dem man sich bei der Konzeption und Umsetzung der staatlichen Kennzeichnung sehr gut orientieren könne.
Eine verbindliche staatliche Tierhaltungskennzeichnung dürfe aber nicht nur im Lebensmittelhandel sichtbar sein, erläutert Rausch. Überall dort, wo Verbraucher tierische Lebensmittel konsumieren, sollten sie die Möglichkeit haben, sich über die Haltungsbedingungen der Tiere zu informieren. Auf diese Weise könne die Notwendigkeit für mehr Tierwohl in der Nutzierhaltung am besten in die breite Öffentlichkeit getragen werden.
"Deshalb muss eine Tierhaltungskennzeichnung nicht nur im Lebensmittelhandel, sondern auch auf weiteren Absatzkanälen verbindlich eingeführt werden", fordert Rausch.
Das betrifft vor allem die Außer-Haus-Verpflegung. Ihr Stellenwert für die Ernährung der Verbraucher ist weiter hoch. Das zeigt eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative forsa-Umfrage für den BVLH. Befragt nach ihrem Verzehrverhalten, wenn die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus wieder aufgehoben werden, antwortetet jeder Fünfte (20 %), öfter ins Restaurant, in die Kantine oder in den Schnellimbiss gehen zu wollen, als vor der Pandemie. Fast zwei Drittel (65 %) würden es genauso häufig machen und nur 13 Prozent der Befragten, würden im Vergleich zur Vor-Corona-Lage seltener Außer-Haus essen.
Tierhaltung in den Kantinen der Bundesverwaltung verbindlich ausloben
Außerdem wollte der BVLH wissen, ob die Verbraucher es begrüßen würden, wenn auch in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung Fleischprodukte mit einer mehrstufigen Tierhaltungskennzeichnung ausgelobt werden. 83 Prozent der Befragten sind dieser Meinung.
"Die Bundesregierung kann hier mit gutem Beispiel vorangehen und die Tierhaltungskennzeichnung im Speiseplan der Kantinen ihrer Ministerien und nachgeordneten Behörden verbindlich machen", schlägt BVLH-Hauptgeschäftsführer Rausch vor.
Knapp 500.000 Beschäftigte arbeiten im öffentlichen Dienst der Bundesverwaltung. Viele von ihnen gehen in den Behördenkantinen essen und sollten dort die Gelegenheit haben, sich bei der Speisenauswahl bewusst für mehr Tierwohl zu entscheiden.
Tierwohl-Engagement des Handels für 82 Prozent der Bundesbürger wichtig
Dass der Lebensmittelhandel Verantwortung für eine Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren übernimmt, finden 82 Prozent der von forsa Befragten äußerst beziehungsweise sehr wichtig.
Mit der Haltungsform-Kennzeichnung und der Initiative Tierwohl haben die daran beteiligten Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels zwei reichweiten- und aufmerksamkeitsstarke privatwirtschaftliche Maßnahmen in den Markt eingeführt. Sie tragen bereits heute dazu bei, die Nutztierhaltung tierwohl- und umweltgerechter zu gestalten.
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