Brexit droht der deutschen Süßwarenindustrie langfristig zu schaden
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Die negativen Auswirkungen des Brexits drohen der deutschen Süßwarenindustrie nun langfristig zu schaden, auch aufgrund logistischer und administrativer Hürden. Insbesondere wegen der neuen Zollvorgaben verzichten viele Spediteure nach dem Brexit auf das Geschäft mit Großbritannien. So ist der bürokratische Aufwand etwa bei der Warenanmeldung oder wegen Arbeitsvisa für Fahrer erheblich gestiegen. Dadurch lohnt sich der Export für kleinere Warenlieferungen nicht mehr. Zusätzlich führt dies zu Schwierigkeiten und Verzögerungen in der Belieferung des britischen Marktes sowie zu deutlich höheren Logistikkosten.
Der Export ist jedoch eine wichtige Grundlage dafür, dass gerade mittelständische Unternehmen vor dem Hintergrund der hohen Handelskonzentration und dem harten Preiskampf in Deutschland Erträge erzielen können. „Aus Sicht der deutschen Süßwarenindustrieist es nach dem Ausscheiden Großbritanniens essenziell, dass der europäische Binnenmarkt nicht weiter durch nationale Sonderregelungen zersplittert wird, sondern harmonisierte Regelungen vor allem im Bereich der Kennzeichnung die Exportchancen mittelständischer Unternehmen erhalten“, sagt Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI. „Zudem sollten mittelstandstaugliche Handelsabkommen neue Wertschöpfungsketten ermöglichen. Der Handelsvertrag zwischen der Europäischen Union und Großbritannien ist dafür jedoch kein optimales Beispiel.“
Zum Hintergrund:
Großbritannien ist zum 01.01.2021 aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt ausgetreten. Zwar gelang in letzter Minute noch die Einigung auf ein Handelsabkommen, dennoch werden für viele Waren nun Zölle fällig. Mit einem Exportanteil in der Menge von über 50% geht mehr als jede zweite Tonne deutscher Süßwaren in den Export. Insgesamt wurden im 1. Quartal 2021 rund 531.105t Süßwaren und Knabberartikel exportiert. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahresquartal einen mengenmäßigen Rückgang um -4,4%. Der Exportumsatz sank gegenüber dem 1. Quartal 2020 um -3,6% auf rund 2,04Mrd.€.
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