Lebensmittel aus unseren organischen Abfällen herstellen: eine gute Idee nur auf den ersten Blick?
Waste-to-Nutrition-Technologien zielen darauf ab, organische Reststoffe (wie forst- und landwirtschaftliche Rückstände, Gülle, Grünabfälle und Lebensmittelabfälle) in Zutaten für den menschlichen oder tierischen Verzehr zu verwandeln. Sie werden oft als innovative und nachhaltige Lösungen zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Lebensmittelsystemen dargestellt. Dabei kann es sich um Insektenfarmen handeln, die sich von Nahrungsmittelresten ernähren, um Bioraffinerien zur Gewinnung von Proteinen aus Pflanzenresten oder um die Produktion von Proteinen durch Mikroorganismen in Bioreaktoren. Ziel dieser neuen Technologien in Frankreich ist es, Abfälle optimal zu nutzen, um den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu verringern. Ihre tatsächlichen Auswirkungen auf die Umwelt sind jedoch nicht genau bekannt.

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Die Wissenschaftler haben die Umweltauswirkungen von fünf dieser Technologien in Frankreich bewertet: Insektenzucht, Feststofffermentation (Umwandlung von Lebensmittelnebenprodukten durch Hefen), Extraktion von Pflanzenproteinen, Produktion von Mykoproteinen (von Pilzen produzierte Proteine) und mikrobielle Proteine. Sie führten eine Lebenszyklusanalyse (LCA) für 9 potenzielle Nutzungsszenarien durch. Sie verglichen deren Umweltauswirkungen mit denen bestehender Abfallverwertungstechnologien wie anaerobe Vergärung, Kompostierung oder direkte Fütterung von Tieren mit landwirtschaftlichen und Lebensmittel-Nebenprodukten. Bei der Bewertung wurden wichtige Umweltindikatoren wie Treibhausgasemissionen, Eutrophierung der Meere sowie Land- und Wassernutzung berücksichtigt, und es wurden Parameter festgelegt, um die Bedingungen zu ermitteln, die die Umweltleistung dieser Technologien beeinflussen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Umwelteffizienz dieser neuen Technologien unterschiedlich ist und weitgehend von der Akzeptanz der Verbraucher abhängt. Damit diese Technologien beispielsweise einen echten Umweltvorteil bei der Nutzung von Futtermittelströmen bieten, müssten aus Insekten oder Mikroorganismen gewonnene Proteine mindestens 80 % des Gewichts des ansonsten produzierten und konsumierten Fleisches ersetzen. Die direkte Fütterung von Nutztieren mit geeigneten organischen Abfällen ist oft eine viel effizientere Methode zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Lebensmittelsystemen, wie sie in Frankreich bereits praktiziert wird. Die Vorteile für das Klima, die sich aus der Herstellung neuer Zutaten mit Hilfe von Technologien zur Verwertung von Abfällen ergeben, werden durch die bei den Umwandlungsprozessen entstehenden Emissionen, insbesondere durch den Energieverbrauch, aufgewogen. Selbst im günstigsten Fall bleibt der Beitrag der Abfall-zu-Ernährungs-Technologien zur Abschwächung des Klimawandels deutlich geringer als bei Strategien wie der Verringerung von Lebensmittelabfällen oder der Reduzierung des Fleischkonsums*.
*Für Frankreich zeigen die Analysen und Berechnungen, dass die Technologien zur Verwertung von Abfällen in der Ernährung im günstigsten Fall die jährlichen Treibhausgasemissionen um bis zu 10 MtCO2-eq. reduzieren können. Diese Zahl liegt deutlich unter den Strategien zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung (die die THG-Emissionen um bis zu 15 MtCO₂-eq y-1 reduzieren könnten) oder zur Verringerung des Fleischkonsums (zwischen 20 und 25 MtCO₂-eq y-1 potenzieller THG-Emissionsreduktionen).
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